Commerzbank Frankfurt Marathon 25.10.2009

Das war er nun ??..
?????. mein erster Marathon.
Mein oberstes Ziel war, lächelnd die Ziellinie zu überqueren und zu sagen: Ja, noch einmal. Ich wollte auf keinen Fall denken: oh jäh, nie mehr Marathon. Ich habe ja die Jahre zuvor meinen Mann Achim während seiner Marathons immer betreut und konnte genug Läufer an der Strecke sehen, die wirklich nicht mehr gut aussahen und heilfroh waren, im Ziel zu sein.

Achim hat mir ein Trainingsplan zur Verfügung gestellt, mit einer Zielzeit von 4:30 Std. Gebraucht habe ich für die Distanz 4:22:48 Std. Wenn das keine Punktlandung ist. Die 12-wöchige intensive Vorbereitung war eine sehr schöne Zeit. Die 4 Läufe pro Woche sind gut unterzubringen. Okay, mein Garten und mein Haushalt haben etwas gelitten, trotzdem war der Aufwand bei einer wöchentlichen Km-Zahl zwischen 52 bis 62 Km nicht allzu hoch.

Doch so richtig zufrieden bin ich nicht. Das Laufen war von Anfang an eine unrunde Sache: Dadurch, dass ich Erst-Teilnehmer an einem Marathon überhaupt bin, musste ich in den letzten Startblock. D. h. alle Läufer mit einer Zielzeit von über 4:30 Std. Viele routinierte Läufer warnten mich davor. Somit habe ich die ersten 8 Km überhaupt nicht mein "Tempo" gehabt. Es war ein Abbremsen, Beschleunigen und Überholen. Die Sonne kam bereits beim Start raus und verwandelte die Laufstrecke in einen Dampfgarer. Es hatte vorher leicht geregnet.
Beim Halbmarathon fühlte ich mich bereits wie erschossen. Der einzige Lichtblick war bei Km 25, wo eine Arbeitskollegin mich mit Gel und Getränk versorgte. Bei Km 28 lag ich noch in der Zeit für unter 4:15 Std. Doch dann wurden meine Schritte kürzer, die Beine waren wie Pudding, die Arme waren schwer wie Blei. Was ist nur los? schoss es mir durch den Kopf. Ich habe doch alles in der Vorbereitung richtig gemacht. Der Durst wollte nicht enden, ich kam mir vor wie eine Saufziege. Immer mehr Läufer lagen am Straßenrand und drückten sich die Krämpfe aus den Beinen. Bei manchen half nur noch der Sanitäter. Ich dachte mir: gleich lege ich mich dazu.

Dann kam für mich der schlimmste Abschnitt: Mainzer Landstraße und Frankenallee. Das ist der Nachteil, wenn man die Umgebung kennt. Die Kilometer zogen sich wie Kaugummi, zum Glück lag die Frankenallee im Schatten. An der Verpflegungsstelle zwischen Km 34 und 35 machte ich nochmals Halt und kippte - gegen jegliche Vernunft - 3 kalte Becher Getränk auf einmal runter. Anscheinend war da der Knoten geplatzt. Mir ging es von Minute zu Minute besser. Die Beine hatten Kraft, die Schlappheit in den Armen war wie weggeblasen. Ich fühlte mich sauwohl. Ab Km 38 nahm ich Fahrt auf und sammelte viele der Läufer ein, die mich vorher überholt hatten.
Der schönste Kilometer war der Letzte: die lange Gerade mit Blick Richtung Messe. Ich habe es genossen. Viele Menschen standen noch an der Strecke, und ich bekam Gänsehaut. Kurz hinter Km 42 - bevor es in die Festhalle geht - stand meine Mutter an der Strecke. Sie hat mich laufstark angefeuert. 
Die letzten Meter in der Festhalle brechen auf einen ein. Ich wusste nicht, wo ich zuerst hinschauen soll. Überall Lichter, laute Musik, Cheerleader usw. Und Idioten, die einen sogar noch dort überholen und umrennen.
Im Ziel erwartete mich mein Mann und mein persöliches Ziel war erreicht: lächelnd und sagend: Ja, noch einmal!

AKAK PlatzGesamt PlatzZeit
Belinda Lorenz W 35 165. 960. 04:22:48
Achim Lorenz M 45 238.1343. 03:21:39

 

 

 

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