Sail Bremerhaven 2015

Es könnte ewig so weitergehen...

Sail Bremerhaven 2015

Wir gönnten uns und unserer Lore ganze zwei Wochen Verschnaufpause, bevor es in den nächsten Urlaub ging. Diesmal in den Norden zur Sail nach Bremerhaven. Alle 5 Jahre findet dieses Festival der Windjammer statt. Schon zum dritten Mal besuchten wir dieses Fest und sind immer wieder begeistert. Unseren Stellplatz hat Achim bereits letztes Jahr im August reserviert; da hatten wir noch nicht mal einen Wohnwagen!

Der Opens external link in new windowCampingplatz lag am Spadener See, ca. 5 Km von Bremerhaven entfernt. Ideal gelegen. Parkähnlich angelegt mit altem Baumbestand. Fahrradweg führen direkt nach Bremerhaven. Achim erwies sich als genialer Fremdenführer, zumal er ja ein gebürtiger Bremerhavener ist. Wir fuhren mit dem Rad seine alten Kindergarten- und Schulwege ab. Er freute sich wie ein kleiner Junge, doch noch die alten Schleichwege zu kennen und -davon mal ganz abgesehen- dass es sie immer noch gibt. Ein Besuch im Wremer Tief, direkt am Wattenmeer gelegen, darf natürlich nicht fehlen. Der Fahrradweg führt direkt am Deich entlang. Für Belinda eine harte mentale Bewährungsprobe. Sie mag es nicht, wenn es schnurstraks kilometerweit Geradeaus geht. Wir radelten in der einen Woche ca 200 Km ab. Hier gibt es zwar keine Berge, aber dafür immer Wind. Und Seeluft macht bekannterweise müde. Belinda war in den ersten Tagen so müde, dass sie während des Abendessen fast einschlief.

Endlich begann die Sail. Zum ersten Mal haben wir uns das sogenannte Sail-In angeschaut. Hier werden die Segelschiffe von tausenden von Menschen sehnsüchtig erwartet. Als Zuschauer kann man das ganz bequem vom Weserdeich aus beobachten. Nach und nach fahren die Groß-Segler wie z. Bsp. die Alexander von Humboldt aus Deutschland, die Götheborg aus Schweden, die Kruzenstern und die Mir aus Russland, ein. Sie werden von zig kleinen Segelbooten begleitet. Es ist schon sehr ergreifend, wenn am Horizont auf einmal ein Groß-Segler auftaucht.

Danach gibt es kein Halt mehr. Abertausende von Menschen strömen an fünf Tagen an die verschiedenen Anlegestellen, um die Schiffe hautnah zu erleben. Beim sogenannten Open-Ship kann man sogar auf die Schiffe gehen und sich alles ganz genau ansehen. Und druherum tobt der Bär. Fress-Stände, Bier-Buden, Riesenrad, Festzelte usw. Ein riesengroßes Fest. Und wir mittendrin.  Um noch intensiver dieses Event zu erleben, hat Achim einen halbtägigen Segeltörn gebucht. Es soll mit der Guulden Leuw, ein niederländischer Drei-Master, auf große Fahrt gehen. Es war ein tolles Erlebnis auf diesem Schiff. Von den Besuchern wurde Mitarbeit gefordert. Schnell fanden sich starke Männer, um einige Segel zu hissen und sie dann später wieder einzuholen. Es war ein perfekter Segeltag: blauer Himmel und Wind. An Bord gab es genügend Zeit, in die Ferne der Nordsee bei einem frisch gezapftem Bier zu blicken und sich den Wind um die Nase wehen zu lassen.

Und so vergingen die Tage im Getummel und die Abende vor unserem Wohnwagen. Wir freuten uns jeden Nachmittag auf die Stille des Campingplatzes und den Heim-Radel-Weg. An der Geeste -ein kleiner Fluß, ähnlich der Nidda- haben wir nämlich ein nettes Lokal ausfindig gemacht (Achim kannte es zwar aus Jugend-Tagen, da gab es dieses Gebäude aber in Form einer Gaststätte noch nicht). Es lag direkt an einer kleinen Schiffschleuse, von Schilfrohr und kleinen Bewässerungsgräben und Weideland umgeben. Hier gab es Kleinigkeiten zu essen und lecker Bier.

Auch dieser Urlaub geht zu Ende. Das Ende war zwar nicht wie erwartet, denn Achim hatte leider am vorletzten Tag einen Fahrrad-Unfall gehabt. Den nächsten Tag verbrachten wir vormittags in der Notaufnahme des Bremerhavener Krankenhauses und Achim mit einem bandagierten Ellenbogen und Handgelenk. Shit happens.

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