Warum

Einige Leute sind der Meinung Sport sei Mord. Nun ja, für einige mag das stimmen, aber es gibt auch die eine oder andere Ausnahme. Ich will nicht unbedingt sagen, daß ich Sport treibe, es gibt aber Zeiten, da bewege ich mich ein wenig schneller als eben diese Leute.

So fing alles an:
Es begann eigentlich ganz harmlos. Ich hatte ca. 105 Kg Lebendgewicht. Tendenz steigend Ich mußte mir öfter neue Hosen zulegen als mir lieb war. Als ich dann noch ein Urlaubsfoto aus Österreich meiner 105 kg-Figur sah, habe ich mir gesagt:

So gehr es nicht weiter !!!!

Das Thema "Gute Vorsätze" gehört bei vielen zum Jahreswechsel. Man nimmt sich etwas vor (weniger Rauchen, Alkohol und Essen), um diese Vorsätze 5 Minuten nach 12 wieder zu vergessen. So ist das halt mit den "Guten Vorsätzen". Nun ich habe mir vorgenommen mein Kampfgewicht etwas zu reduzieren. Dies geschah zum 1.1.1998 eigentlich ganz spontan nach dem ...... ich weiß nicht mehr, x-ten Bier. Die ersten überlegungen gingen in Richtung Diät und weniger BIER (oh je, welche Qualen! Malte ich mir da schon aus). Also aus der Diät und dem weniger Bier wurde erst einmal nichts. Was tun.....?????, habe ich mich gefragt. Es galt nicht lange zu überlegen, sondern zu handeln.

Was dann geschah:
Ich holte meine Laufschuhe, die schon lange keinen Waldboden mehr gesehen hatten, aus dem Keller und ging joggen. Zuerst war alles noch ganz harmlos, so einmal die Woche ca. 30 Min. Sehr schnell wurde dann aus dem einmal die Woche zweimal die Woche, aus den 30 Min wurden 60 Min. So kam eines zum anderen, mein Kampfgewicht wurde weniger (Jeder Gang auf die Waage wurde zur Jubelorgie), die Anzahl der getrunkenen Biere wurden weniger, die gerauchten Zigaretten ging gegen Null und die Freß ( Eß )- Gewohnheiten wurden umgestellt. Das erstaunlichste aber war, dass diese ganzen Maßnahmen von ganz alleine und ohne große Qualen und Entzugserscheinungen passierten. So ging es dann einige Wochen. Ich hatte aber nie einen Überblick wie viele  Kilometer ich eigentlich so laufe , war mir auch irgendwie egal.

Mein erster Volkslauf:
Eines Sonntags, wieder einmal so ein 60 Minuten Lauf im Schwanheimer Stadtwald, habe ich mich gefragt, warum ich eigentlich immer alleine laufe. Der Gedanke mich an irgendeine Laufgruppe anzuschließen spukte somit in meinem Kopf herum. Nach dem Motto "Geteiltes Leid ist halbes Leid" Vom Marathon habe ich ja auch schon mal gehört, aber so etwas ich ..? Irgendwie hatte ich auf einmal einen Laufkalender aus meiner Region in der Hand, muß ich wohl bei einer Veranstaltung des DFB (mein Sohn hatte die Möglichkeit an eine Fußball Förderschule zu wechseln) mitgenommen haben. Weil ich nicht wußte wo, wann und welcher Lauftreff, habe ich kurzerhand an einem Volkslauf teilgenommen. Es war der 3.5.1998, ein denkwürdiger Tag in meinem Leben. Der Volkslauf fand in Hofheim Langenhain statt und es waren 20 KILOMETER zu bewältigen (Ich bin in meinem Leben noch nie 20 km gewandert!!!!!). Ich bin sehr früh aufgestanden und war guter Dinge. Doch als ich mit dem Auto so Richtung Hofheim unterwegs war, da fiel mir mit Entsetzen auf, dass ich mich ja Richtung Taunus bewege. Bekanntlich soll es im Taunus mehr oder weniger hohe Hügel geben, nun ja es wird schon werden.... dachte ich mir voller Aufregung. Nachdem ich endlich angekommen war, machte ich eigentlich genau das was die anderen Läufer auch taten. Ich hatte überhaupt keine Ahnung was so alles mit mir passierte. Ich holte mir meine Startnummer, zog meine Laufutensilien an. Meine Augen waren überall. Was wußte ich schon von warm machen und dehnen!!!! Irgendwann ging es dann los, ich war schon ziemlich durchgeschwitzt vom Nachmachen, aber immer noch frohen Mutes. Dieser sollte sich jedoch schnell legen..... habe nur gedacht ......mein Gott, wie schnell die alle laufen. Ja, und da war sie nun....., die erste Erhöhung (irgendwo in Deutschland nennt man sie auch Berge) der Strecke und in meinem Leben die ich im Laufschritt bewältigen sollte. Keuch, Keuch, Keuch, geschafft und..........oh je schon wieder so eine....... und wieder Keuch, Keuch, Keuch. Die 20 km kamen mir wie eine endlose Entfernung vor. Ich zog es hin und wieder vor, meine Schrittfrequenz drastisch zu verringern. Zeitweise wurde es eine ganz gewöhnliche Wanderung!!!!. Ich hätte es vorher wissen sollen. Kurz vor dem Ziel, nach meinem Gefühl kurz vor München, noch einmal eine kleine Gehphase und dann ins Ziel (endlich). Nach 1:58:35 war es geschafft. Ich war total am Ende aber irgendwie auch Überglücklich so etwas gemacht und überstanden zu haben.

So ging es weiter:
Ab diesem Tage ging es eigentlich recht flott weiter. Neben meinem Lauftraining machte ich die ersten "Laufversuche" im Internet. Die Suche nach einer Laufgruppe und mein erster Eintrag in einem Gästebuch sollten ein Riesenerfolg werden. Meine  Laufambitionen wurden drastisch verschärft. Ich lernte Gunter kennen. Die erste Runde die wir zusammen liefen, war eine Runde im Schwanheimer Stadtwald (in absoluter Bestzeit). Es kam der nächste Volkslauf ebenfalls in Schwanheim (10 km). Er machte mir schon mehr Spaß weil keine Gehpause und für mich eine gute Zeit (etwas über 50 Min). Außerdem habe ich viele nette Leute kennengelernt, die alle noch ein wenig verrückter sind als ich. Es soll doch Läufer geben, die in die Alpen fahren um mal eben 1800m Höhendifferenz zu überwinden. (Ja Eric, Du bist einer davon). Irgendwie kam ein Volkslauf nach dem anderen. Die Zeiten wurden immer besser. Die Idee vom ersten Marathon spukte eigentlich schon lange in meinem Kopf herum, aber so eine lange ........., ja ich werde ihn laufen. Seit dem 3.5.1998 ist in meinem Leben so einiges passiert von dem ich vorher nur geträumt hätte. Ich habe 25 KILOGRAMM abgenommen, ich rauche erst nach dem 3. bis 4. Bier, ich trinke nur noch ganz selten mehr als 2 Bier (Rauche also unheimlich viel) und das Schönste ist, ich fühle mich pudelwohl und absolut ausgeglichen. Überhaupt die Sache macht ein Riesenspaß. Mir geht es so gut wie nie zuvor und ich habe tolle Laufkollegen kennengelernt. Der Trainingseifer wird immer gräßer, die Ziele immer höher gesteckt, die Berge werden immer höher - ich sage nur Taunus, eine unser vielen Mittelgebirge in Deutschland (Viehweide, hoher Staufen, Gundelhart, Bahai-Tempel usw.). Da fällt mir ein Spruch ein, den ich kurz vor dem Hohen Staufen im Schweiße meines Angesichts von mir gab:

WENN ICH URLAUB IN DEN BERGEN MACHEN MÖ–CHTE, DANN MACHE ICH IHN HIER

Unser Lauftreff:
Mittlerweile hat sich ein kleine Gruppe gebildet, die regelmäßig an Volksläufen und diversen Trainingseinheiten teilnimmt. Es dauerte nicht lange bis diesem Häuflein ein Namen gegeben wurde. Ja, hier ist er nun unser eigener privater und (noch) kleiner Lauftreff:

Ein weiterer Höhepunkt ist das regelmäßige Zusammensein nach dem Training bei einem schönen Weizenbier. (im Winter wird auf Glühwein umgestellt)

Es sind noch 10 Tage bis zum großen Ereignis, eigentlich dem 3 größtem (Nach Hochzeit und Kindesgeburt). Ich bin immer noch guter Dinge, daß ich dieses Ereignis überleben werde. Für die Zukunft sind noch einige andere Dinge geplant und was......., dreimal dürft Ihr raten....... genau....... noch mehr laufen.Die Berge rauf, die Berge runter (Schweiz) in anderen Städten laufen (Hamburg, Berlin usw.) oder einfach nur laufen!!!

ES MACHT EINFACH RIESIGEN SPASS

Ich möchte auf diesem Wege noch einmal alle Passtschon98 Mitglieder und alle anderen Leute grüßen und Dank sagen. Noch einmal für alle die es nicht ganz rausgelesen haben, ich laufe erst seit dem 2.1.1998 und habe für meine Begriffe schon unheimlich viel erreicht. Zeiten von weit unter 5Min/km sind schon lange kein Thema mehr.

Achim , im Okt. 1998

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